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Wurmkur fürs Pferd! Warum? PDF  | Drucken |  E-Mail

Wurmkur fürs Pferd! Warum?


Entwurmung im Frühjahr vor Weideaustrieb

  • beugt einer massiven Weidenverschmutzung vor
  • nach Verabreichen z.B. von Fenbendazol: 1 Tag warten, dann erst Weidegang
  • nach Verabreichen von anderer Wirkstoffe: ca. 3 Tage warten bis zum Weidegang
  • Da nach einer Entwurmung massivst Wurmeier ausgeschieden werden,  sollte das Pferd erst nach einer Wartezeit (s. o.) wieder auf die Weide dürfen.
  • Entwurmung im Herbst vor der Einstallung
  • da während der Weidesaison die Infektionsgefahr zunimmt
  • Diese beiden Entwurmungsmaßnahmen sind wichtig: Parasiten können in der Darmwand überwintern. Erst im Frühjahr entwickeln sie sich weiter. Sie wandern und entwickeln sich zum Wurm. Es entstehen sehr viele Eier, die die Wiese massiv „belagern“.  Deshalb die Wurmkur im Frühjahr von großer Bedeutung. Die Wurmkur im Herbst nach der Weidesaison ist ebenfalls sehr wichtig, damit die Würmer gar nicht erst überwintern können.
  • Regelmäßige Entwurmungen während der Weidesaison (April bis September)
  • in mehrwöchigen Intervallen abhängig von der Infektionsgefahr und vom Wirkstoff des Entwurmungspräparates. Empfohlen werden Wurmkuren alle 6-8 Wochen. Ich selbst gebe während der reinen Weidezeit nur 3 Wurmkuren.


Jährlicher Wechsel des Wirkstoffes/Wirkstoffgruppe

Innerhalb eines Jahres sollte nur ein Wirkstoff/ eine Wirkstoffgruppe verwendet werden
z. B. 1. Jahr: Fenbendazol, 2. Jahr: Pyrantel, 3. Jahr: Ivermectin oder Moxidectin


Entwurmung zwei Wochen vor einer Impfung


Parasiten beeinträchtigen das Immunsystem, indem sie dem Körper wichtige Stoffe für  den Aufbau einer guten Immunabwehr entziehen. Das Immunsystem mit  der Bekämpfung der Parasiten beschäftigt. Bei einer Impfung hat der Körper aber mit der Impfung „genug zu tun“. Deshalb bitte dringend vorher entwurmen. Übrigens: Das gilt auch für Hunde und Katzen.
Zusätzlich z. B. bei Parasitennachweis in der Kotprobe:

  • bei Bandwurmbefall: Entwurmung im Frühjahr und Herbst
  • bei Magendasselbefall: Behandlung Ende November/Anfang Dezember
  • bei Larvaler Cyathostominose: Entwurmung im Frühjahr und Herbst
  • Auch Stall- und Weidehygiene sind als begleitende Maßnahmen sehr wichtig! Wie heißt es so schön? ... Erst die Arbeit ... dann das Vergnügen. Bitte daher dringend täglich sorgfältig misten und  regelmäßig die Weide abäppeln (alle 2-3 Tage). Der Paddock sollte täglich abgeäppelt werden.
  • Die Weide ist die häufigste und größte Infektionsquelle. Folgende Maßnahmen können den Infektionsdruck erheblich reduzieren:
  • regelmäßiges Absammeln von Kot (alle 2-3 Tage). Denn die häufigsten Infektionen mit Würmern erfolgen auf der Weide! Die mit dem Kot ausgeschiedenen Würmer benötigen  einige Tage bis aus diesen die Larven schlüpfen. Daher sollte der Kot vorher entfernt werden.
  • niedrige Besatzdichte (ideal 2 Pferde/ha). Zur Info 1 ha = 10.000 m²
  • Umtriebsweiden (regelmäßiger Weidenwechsel). Durch häufigen Weidenwechsel sind die Weiden weniger stark mit Wurmlarven belastet. Notfalls kann man eine große Weide ja mit „fliegenden Zäunen“ abtrennen und dadurch mehrere kleine Wiesen bilden.
  • Misch- oder Wechselbeweidung mit Wiederkäuern. Fast alle Parasiten, die beim Pferd vorkommen, sind für Wiederkäuer ungefährlich. Die Rinder z.B. können daher als Staubsauger genutzt werden.
  • Auch eine Zwischenmahd ist empfehlenswert. Ferner kann man die im Herbst genutzte Weide im Frühjahr mähen. Auch so wird die Zahl der Larven erheblich reduziert.
  • Kalkstickstoff im Frühjahr. Wir benutzen wenn wir Kalkstickstoffdünger brauchen, gerne Perlka-Dünger. Dieser hat folgenden Vorteil:
  • Häufig beeinträchtigen aber Weideparasiten wie Leberegel, Magen-, Darm- oder Lungenwürmer die Gesundheit der Pferde. Schon leichte/geringe  Infektionen mit solchen Weideparasiten führen zu spürbaren Leistungsminderungen. Daher sollten Pferde regelmäßig entwurmt werden.


Um einer raschen Wiederinfektion der Tiere vorzubeugen, ist das Düngen der Weiden mit Kalkstickstoff eine wirkungsvolle und seit Jahrzehnten bewährte weidehygienische Maßnahme.

Das während des Umsetzungsprozesses entstehende Cyanamid tötet die Eier und Larven vieler Weideparasiten und vernichtet die Zwergschlammschnecke, den Zwischenwirt des Leberegels, ohne den er sich nicht entwickeln kann.
Wurmkuren und Weidenpflege sind von größter Bedeutung
Um Infektionen im Stall vorzubeugen:

  • täglich Kot entfernen (das sollte selbstverständlich sein). Auch das Katzenklo reinigt man ja mind. 1 x täglich.
  • Boxen trocken halten. Das ist  auch besser für die Hufe.
  • keine direkte Bodenfütterung (jedoch bodennah, weil es besser für das Pferd ist = natürliche Freßhaltung)
  • Tiefstreu vermeiden



Wichtige Infos für Hundebesitzer betreffend den Wirkstoff Ivermectin:
Bei den Hunderassen Collie, Australian Shepherd, Shetland Sheepdog, Weißer Schweizer Schäferhund, Bobtail, Wäller, Border Collie, Longhaired Whippet, Silken Windhound, MacNab, English Shepherd und Australian Cattle Dog ist ein Gendefekt weit verbreitet, der zu einem vermehrten Übertritt von Arzneistoffen in das zentrale Nervensystem führt. Bei der Anwendung von Arzneistoffen wie z.B. Ivermectin kommt es zu Vergiftungen, die bereits zum Tod betroffener Hunde geführt haben.
Dieser Gendefekt der sogenannten MDR1-Defekt  kann bei den o. g. Rassen vorliegen. Man kann seinen Hund entsprechend testen lassen. Bitte vermeiden Sie dringend, dass Ihr Hund (der obigen Rasse) die Wurmkur mit dem Ivermectin-Wirkstoff unmittelbar oder über die Pferdeäpfel aufnimmt.
Dies ist meine dringende Empfehlung. Bitte fragen Sie erforderlichenfalls Ihren Tierarzt.