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Allgemeine Infos zum Pferd/zur Pferdegesundheit von A-Z (Organe, Erkrankungen etc.)
Nachfolgend wollen wir eine kurze Übersicht über einige Organe des Pferdes sowie mögliche Erkrankungen etc. geben:
Allergie
Haben Sie einen Allergiker, sollten Sie bei der Fütterung Melasse und Getreide weglassen. Lesen Sie daher sorgfältig die Futtersackanhänger. Immer mehr Pferde reagieren allergisch auf bestimmte Getreidesorten oder auf spezielle Kräuter.
Es ist empfehlenswert Ihren Tierarzt zu Rate zu ziehen. Dieser wird Ihrem Pferde Blut abnehmen und einen entsprechenden Allergietest machen. Dann wissen Sie klipp und klar, worauf Ihr Pferd allergisch reagiert. Denn meist ist es nicht einfach für Pferdebesitzer und Halter herauszufinden, welcher Stoff genau allergische Reaktionen wie Hautausschlag oder Husten auslöst. Gerade aber Weizenkleie, Sojaschrot oder Zuckerrübenmelasse sind Bestandteil vieler Mineral- oder Ergänzungsfuttermittel.
Arthrose Arthrose ist eine Gelenkerkrankung die besonders bei kaltem und nassem Wetter zum Vorschein kommt. An den betroffenen Stellen kommt es zum Verschleiß des Gelenkknochens was zur Folge hat das die Pferde lahmen und Schmerzen haben. Die Arthrose beim Pferd ist nach den heutigen medizinischen Kenntnissen leider nicht heilbar jedoch zumindest behandelbar. Ursache kann eine vorausgegangene Entzündung des Gelenks sein. Sie kann z. B. durch Überbeanspruchung des Pferdes entstehen. Auch ein falsches Hufeisen oder eine erbliche Vorbelastung kann der Grund für die Arthrose sein. Ataxie Die Anzeichen einer Ataxie sind Rückenschwäche oder ein spastisch gestörter Bewegungsablauf. Für Laien: es handelt sich um eine Störung der geregelten Bewegungsabläufe des Organismus. Folgende Merkmale können auf Ataxie hinweisen:
- Die Pferde lassen sich nicht oder nur schwer rückwärts richten,
- Sie meiden stark abfallendes Gelände,
- Sie neigen zum Stolpern und Stürzen (insbesondere bei unebenen Bodenverhältnissen und engen Wendungen)
- sie zeigen häufig schon beim Führen im Schritt einen auffallend schwankenden, breitbeinigen Gang und wirken irgendwie „betrunken“
Diese Koordinationsstörungen betreffen vor allem den Bereich der Hinterhand. In der Regel handelt es sich um Schädigungen/Beeinträchtigungen des Zentralen Nervensystems (Gehirn, Rückenmark): Die durch die Sinnesorgane aufgenommenen Einflüsse werden falsch an die Nervenbahnen „weitergeleitet“. Die „klassische“ Ataxie tritt vor allem bei schnell wachsenden, jungen Pferden (unter 4 Jahren) auf. Plötzliche Symptome einer Ataxie treten häufig im Zusammenhang Stürzen oder sonstigen Traumen auf. Aber auch im Zuge von Infektionskrankheiten können Koordinationsstörungen auftreten. Hier sei verwiesen auf EHV-1-Infektion, Bornaerkrankung, Borrelliose (durch Zeckenbisse übertragbar). Außerdem gibt es noch ungeklärte Krankheitsursachen, auf die wir ggf. an anderer noch weiter eingehen werden.
Atmung Es ist von großer Wichtigkeit, Bronchialerkrankungen zu vermeiden! Hier zunächst etwas Zahlenwerk zu Ihrer Information: Das Gewicht beider Lungen beträgt ca.1-1,5 % des gesamten Körpergewichtes. Bei einem 600 kg-Großpferd sind dies 6 bis 9 kg. Rechter und linker Lungenflügel fassen bis zu 42 Liter Luft. In Ruhe atmet das Pferd durchschnittlich 6 Liter ein. Es macht ca. 8-16 Atemzügen pro Minute. Bei schwerer Arbeit steigt die maximal gewechselte Luftmenge auf 30 l, die Zahl der Atemzüge auf bis zu 100 pro Minute.
Erkrankungen des Bronchialsystems sollten niemals auf die leichte Schulter genommen. Ca. 1/4 aller Pferde in Deutschland leidet an Husten, mehr als 10 % weisen sogar chronische Krankheitsbilder auf.
Um chronischen Atemwegserkrankungen vorzubeugen, sollten Sie folgendes beachten:
- gesundes Stallklima schaffen
- ausgewogene und leistungsorientierte Fütterung
- ausreichend Bewegung sorgen
- Impftermine einhalten
Hier noch einige Infos zu den Atmungsorganen insgesamt.
Dieser Oberbegriff setzt sich zusammen aus: Luftröhre, Bronchien, Lunge
Die Luft gelangt über die Luftröhre und die Bronchien in die Lunge. Die Bronchien dienen der Luftleitung, die Lungenbläschen dem Gasaustausch.
Die Innen“auskleidung“ von Kehlkopf, Luftröhre und Bronchien besteht aus einer Schleimhaut mit feinen Flimmerhärchen. Diese transportieren Fremdstoffe in die oberen Atemwege, wo sie abgehustet werden. Bei einer Bronchitis oder einem Husten bildet sich ein zäher Schleimbelag. Die Bronchien schwellen an und die Atmung wird erschwert. Bei fehlender oder unsachgemäßer Behandlung werden die Atemwege dauerhaft geschädigt - chronischer Husten bzw. chronische Bronchitis können die Folge sein.
Erkrankung des Atmungsapparates Probleme beim Atmen oder Husten sind für einen Laien leicht erkennbar, allerdings sollte so schnell wie möglich ein Tierarzt zu Rate gezogen werden, da bei Pferden Erkrankungen der Lunge rasch chronisch werden können. Blutungen Prüfen Sie zunächst, ob es sich um eine arterielle oder eine venöse Blutung handelt.
Arteriell: helles Blut spritzt im Rhythmus des Herzens aus der Wunde Venös: dunkles Blut fließt aus der Wunde.
Bei Blutungen am Rumpf muß Druck auf die Wunde ausgeübt werden. Bei arteriellen Blutungen das Gefäß zum Herzen hin abdrücken. Bei venösen Blutungen vom Herz weg abdrücken.
Bei Blutungen an den Gliedmaßen bei arteriellen Blutungen zum Herzen hin abbinden. Benutzen Sie am besten eine Mullbinde für den Druckverband als Polster. Bei venösen Blutungen sollten Sie einen Druckverband anlegen (am besten mit gepolsterter Watte).
Achtung! Abbindungen immer alle 20-30 Min. lösen. Es besteht Nekrosegefahr!
Bockhuf/Sehnenstelzhuf Eine Verkürzung der tiefen Beugesehne (am hinteren, unteren Bereich des Hufbeines) führt dazu, dass das Hufbein in seiner Stellung verändert wird. Die Spitze wird nach unten, hinten bewegt. Diese Fehlstellung ist unbequem für das Pferd. Die betroffene Gliedmaße wird deshalb geschont und entlastet. Durch dieses Entlasten bleibt/wird dieser Huf kleiner. Die gesunde Gliedmaße ist meist deutlich flacher und breiter. Eine regelmäßige Kontrolle durch den Hufschmied ist hier unabdingbar.
Cushing (meist bei Senioren) Equines Cushing Syndrom (ECS) entsteht durch eine Fehlfunktion der Hypophyse. Die Hypophyse ist eine Hormondrüse im Gehirn. Sie reguliert u.a. die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol und der Schilddrüsenhormone. Die Fehlfunktion kann durch einen gutartigen Tumor ausgelöst werden. ECS trifft meist Pferde, die älter als 15 Jahre sind. Diese Symptome kann man beobachten: - langsamer und unvollständiger Fellwechsel
- immer wieder Anzeichen von Hufrehe
- apathisches Pferd
- vermehrtes Schwitzen
- Leistungsschwäche, Muskelabbau
- Gewichtsabnahme
- vermehrte Wasseraufnahme
- Kreislaufstörungen
- Krämpfe
Durch den ständig erhöhten Cortisol-Spiegel kommt es zu einer Anreicherung von Fett, und zwar an untypischen Stellen wie z. B. Nacken, Hals und Kruppe. Dies führt zu einer Immunsuppression, die erkrankten Tiere sind anfälliger für Infekte. Medikamente regulieren die Hormonausschüttung. An ECS erkrankte Tiere können mit der richtigen Medikamentendosierung fast wieder ein normales Leben führen. Bitte sprechen Sie Ihren Tierarzt an, wenn Sie den Verdacht haben, Ihr Pferd könne unter Cushing leiden.
Dämpfigkeit Wird eine Erkrankung des Bronchialsystems (meist zusammen mit Husten) nicht rechtzeitig behandelt und dauert über mehrere Wochen an, wird der zunächst feuchte Husten zu einem nunmehr trockenen Husten. Dieser kann dann chronisch werden. Es kann zur sog. Dämpfigkeit kommen. Ursache kann auch das falsche Eindecken des Pferdes im Winter sein. Die meisten Besitzer decken ihre Pferde nur über Nacht ein.Tagsüber legen sie keine Winterdecke auf. Dadurch hat das Pferd keinen richtigen „Tag-Nacht-Modus“ mehr hat, weil der Temperaturunterschied fehlt. Die erkrankten Pferde atmen bereits bei geringer Anstrengung schwer und unregelmäßig. Teilweise husten sie. Eine vollständige Heilung ist nach heutigem Stand der Medizin nicht möglich, jedoch kann mit Langzeitpräparaten den Symptomen entgegengewirkt werden.
Druse Druse ist eine bakterielle Infektion, ausgelöst durch den Erreger Streptococus equi. Dieses Bakterium wird über die Atemluft, den Speichel sowie Nasenausfluss übertragen und ist hochgradig ansteckend! Meist infizieren sich Pferde zwischen 1 und 5 Jahren. Die Inkubationszeit beträgt bis zu 10 Tagen. Sie kann in Einzelfällen auch schon nach 3 Tagen ausbrechen. Die auslösenden Bakterien setzen sich in den Lymphknoten im Kehlbereich und der oberen Halsregion fest und führen an diesen Stellen zu gut sicht- und fühlbaren Schwellungen, an denen das Pferd mit Schmerz auf Berührung reagiert. Zu den Schwellungen kommt hohes Fieber von mehr als 40°C, Husten und Atemnot, Nasenausfluss und u.U. sogar ein depressives Verhalten und Fressunlust. Diese Symptome (mit Ausnahme des Fiebers) treten allerdings nicht bei allen Fällen einer Druse auf. Die Druse muss konsequent therapiert werden! Achtung! DRUSE IST HOCHGRADIG ANSTECKEND!!! Deshalb müssen! die an Druse erkrankten Pferde von den gesunden getrennt werden.
Equiner Herpesvirus (EHV) Beim EHV werden 5 verschiedene Typen unterschieden. Für Pferdehalter sind insbesondere die Typen EHV-1 und EHV-4 von Bedeutung.
Typisch für Herpes sind schleichende Infektionen im Bestand. Die Infektion beschränkt sich meistens auf einzelne Ställe. Der Virus ist heimtückische, denn er geht nach der Infektion in einen latenten „Schlaf“-Zustand übergeht. Bei Stress oder einem geschwächten Immunsystem wird das Virus wieder aktiviert. Es gibt unterschiedliche Verlaufsformen: angelaufene Hinterbeine, Fieber mit Bewegungsstörungen, Nasenausfluss und feuchten Husten. Auch zentralnervöse Störungen wurden verzeichnet. Die Symptome sind ähnlich wie bei einem Schlaganfall. Die Heilungschancen bei einem solchen Krankheitsbild sind recht schlecht. Gegen Ende der Trächtigkeit kommt es zum Virusabort oder die Stuten bringen lebensschwache Fohlen zur Welt. Die meisten Pferde haben sich bis zum Ende des dritten Lebensjahres mit dem Virus auseinandergesetzt, so dass etwa 80 % der Pferde serologisch positiv reagieren. Einmal infizierte Pferde sind lebenslang Virusträger. Die Viren verbreiten sich mittels Tröpfchen-infektion oder auch über das Fruchtwasser. Was können Sie vorbeugend tun? - Optimale Haltungs- und Fütterungsbedingungen
- Stärkung des Immunsystems
- Vermeidung von Stress
- Impfung des gesamten Bestandes
- Neue Pferde in Quarantäne um Infektionen im Bestand zu vermeiden
Die Impfung bietet keinen vollständigen Schutz, aber im Falle einer Erkrankung läuft diese weniger intensiv ab und die Tiere scheiden weniger Virusmaterial aus. Die Immunität, die sich im Anschluss an eine Infektion mit EHV 1 bzw. EHV 4 vorübergehend aufbaut, hält nur kurz Zeit an. Impfungen müssen also alle sechs Monate wiederholt werden um einen größtmöglichen Schutz zu bieten. Bei erhöhtem Infektionsdruck müssen Stress und körperliche Belastungen vermieden werden. Von großer Bedeutung ist auch die Sauberkeit! Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen sind zwingend erforderlich . Das Virus bleibt an Oberflächen ohne Sonnenlicht bis zu 40 Tage und im Freien bei 20 °C über mehrere Tage infektiös! Bei einer Herpes-Erkrankung oder auch vorbeugend hat sich die Verfütterung von Lysin, einer Aminosäure, bewährt.
Equines Metabolisches Syndrom (EMS) Dadurch, dass unsere Pferde heutzutage keine Depots für „schlechte Zeiten“ mehr anlegen müssen (wie das in freier Wildbahn der Fall ist), sondern vielmehr ständig im Überfluss leben, leeren sich die Depots mit den angelegten Reserven nicht mehr. Die Pferde werden zu dick. Das Körperfett ist die größte Hormondrüse im Körper, deshalb neigen übergewichtige Pferde zu EMS und Insulinresistenz. EMS ist eine Erkrankung des Hormonsystems, einer Störung der Ausschüttung bzw. Wirkung von Hormonen. Das sind die Symptome: - anfällig für Hufrehe (besonders nach Aufnahme von Fruktan). Ein Zeichen kann sein, dass das Pferd immer wieder an Hufrehe erkrankt.
- Insulinresistenz
- Fettverteilung an untypischen Stellen (Mähnenkamm, Euter/ Schlauch, Schweifwurzel, Augen)
- Erhöhte Insulinkonzentrationen im Blut-Serum und leicht erhöhte Glukosekonzentration im Blut-Plasma.
- Vermehrter Appetit.
- erhöhte Infektanfälligkeit
- vermehrte Wasseraufnahme und demzufolge auch vermehrter Harnabsatz.
- die Pferde sind im fortgeschrittenen Zustand lethargisch.
- tritt meist auf im Alter zwischen 5 und 15 Jahren
- überwiegend sind leichtfuttrige Pferderassen betroffen
Fellwechsel Für den Pferdekörper bedeutet der Fellwechsel eine besondere Anstrengung. Spezielle Futterzusätze können den Fellwechsel gezielt unterstützen. Im Fellwechsel muss der Organismus auf der einen Seite Haare neue bilden, andererseits aber auch die überschüssigen Haare loswerden (Frühling). Das kostet Kraft und kann bei empfindlichen Pferden zusätzlich den Kreislauf belasten. Boxenpferde haben mit dem Fellwechsel größere Probleme als Robustpferde, weil sie weniger durch klimatische Reize stimuliert werden. Wir können unserem Pferd mit intensiver Pflege des Fells und vor allem der Fütterung helfen. Wichtig ist eine ausreichende Grundversorgung mit Mineralien und Vitaminen. Hier sind besonders zu empfehlen:
- Leinsamen (fördert Haut- und Haarwachstum und Verdauung)
- Bierhefe/Vitamin B-Komplex (unterstützt Haarwechsel und wirkt ausgleichend auf die Darmflora)
- Stoffwechselfördernde Kräuter (wie z. B. Löwenzahn oder Brennnesseln) oder Säfte (z. B. Birkenblätterpresssaft) wirken entschlackend und helfen, Schadstoffe „auszuspülen“
- Immunstimulierende Kräuter (z. B. Echinacea) erhöhen die Widerstandskraft .
Eine Kur von etwa 3-4 Wochen ist zur Unterstützung empfehlenswert. Übrigens: mit Beginn der kühleren Jahreszeit (Herbst) findet eigentlich gar kein “Fellwechsel” statt. Im Gegensatz zum Frühjahr, wenn das Pferd tatsächlich sein Winterfell verliert und sich ein neues, dünneres Haarkleid zulegt, wachsen zu Beginn des Herbstes die kurzen Haare. Außerdem bilden sich neue „wollige“ Haare zwischen den langen Deckhaaren.
Die Temperatur ist nicht entscheidend für den Beginn des Fellwechsels, sondern das Tageslicht. Entscheidend sind aber auch Rasse, Gesundheitszustand, Alter oder Haltungsform.
Fliegenschutz Wie kann ich meinem Pferd helfen? Ist der Fliegenschutz von innen oder außen wirksamer? Diese Frage kann man nicht pauschal beantworten. Was bei dem einen Pferd Linderung verschafft, muss bei einem anderen Pferd noch lange nicht helfen. Ferner sind vereinzelt allergische Reaktionen möglich. Zur äußerlichen Behandlung hat sich ein Gemisch aus ätherischen Ölen wie Zitronen-, Lavendel, Nelken-, Zedern- oder Walnußöl als wirksam erwiesen. Diese kann man sprühen oder mit einem Tuch auftragen.
Bei der Behandlung von innen schwören viele Pferdebesitzer auf reinen Knoblauch. Die Wirksamkeit ist jedoch umstritten. Bessere Wirkung versprechen jedoch Knoblauch-Produkte in Verbindung mit dem Vitamin B-Komplex. In der Regel werden hier die wasserlöslichen Vitamine B1, B2 und B6 beigemischt, die beispielsweise in der Bierhefe enthalten sind. Wasserlösliche Vitamine können im Gegensatz zu den fettlöslichen (z. B. Vitamin A oder D) nur in sehr geringem Umfang im Körper gespeichert werden, so dass eine kontinuierliche Zufuhr (übers Futter) notwendig ist. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel des Knoblauchs, des Vitamin B-Komplexes und der Schweißkomponente. Aber auch hier muss man leider sagen, dass es bei einem Pferd hervorragend wirken kann und bei einem anderen ggf. nicht. Zusätzlich sollten Sie Ihren Stall vor den Plagegeistern schützen: - ungepflegte und schlecht belüftete Ställe ziehen Ungeziefer magisch an. Deshalb sollten nachfolgende Punkte für Sie selbstverständlich sein:
- sehr gute Belüftung
- tägliches, gründliches Ausmisten
- regelmäßige Reinigung der Futtertröge und Tränkebecken
- Abwaschen der Fensterscheiben
- regelmäßige Desinfektion des frisch gereinigten Boxenbodens
- Fliegennetze vor geöffnete Fenster
- Fliegenschutzvorhänge aus Plastikstreifen
Gelenke Knorpel wird nicht durchblutet wird, deshalb müssen die Knorpelzellen über die Gelenkflüssigkeit ernährt werden. Hier sei zunächst einmal der Begriff Glykosaminoglykane (kurz: GAG) in den Raum geworfen.
Die wichtigsten und wohl auch bekanntesten GAGs sind: Hyaluronsäure, Chondroitin-, Keratan- und Dermatansulfat und Heparin. Hauptaufgabe GAGs: die Versorgung des Bindegewebes.
Nährstoffe müssen zur Bindegewebszelle hin und die Abfallstoffe entsprechend weg“transportiert“ werden. Dies geschieht über unterschiedliche Konzentrationsverhältnisse. Diesen reibungslosen „Verkehr“ von Nähr- und Abfallstoffen garantiert nur eine ausreichende Menge Grundsubstanz. Dieses „Gleichgewicht“ kann gestört werden, durch z. B.:
- Verletzungen durch Unfall
- Überbelastung
- entzündliche oder rheumatische Erkrankungen
- natürlicher Alterungsprozess
- zu frühes oder falsches Training nach Verletzungen.
Verletzungen oder entzündliche Erkrankungen des Bindegewebes heilen meist nur langsam. Es können sogar dauerhafte Schäden zurückbleiben. Es ist wichtig, dass der Entzündungsprozess gestoppt wird! Hiernach muss die Grundsubstanz wieder aufgebaut und das erforderliche Gleichgewicht wiederhergestellt werden.
Hier kommt das sogenannte „Grünlipp-Muschelkonzentrat“ ins Spiel: durch die orale Aufnahme entfaltet das Konzentrat seine Wirkung in doppelter Weise. Die enthaltenen Omega-3-Fettsäuren lindern den entzündlichen Prozess einerseits, auf der anderen Seite fördern die GAGs entscheidend die Heilung! Die neuseeländische grünlippige Muschel enthält GAGs (insbesondere Chondroitinsulfat und Heparin). Diese sind Form der biologischen Grundsubstanz von Bindegewebe sehr ähnlich. Die GAGs werden im Binde- und Stützgewebe angereichert und "reparieren" den Versorgungsweg auf natürliche Weise. Das für die Ernährung und Versorgung wichtige Gleichgewicht wird wieder hergestellt, der Heilungsprozess beschleunigt. Die Beweglichkeit kehrt zurück, die Pferde können wieder belastet und trainiert werden. Haut Das größte Organ des Pferdes ist die Haut, genau wie beim Menschen. Beim Pferd ist sie durchschnittlich 3,8 mm dick. An Rücken, Stirn und Nacken sogar bis zu 6 mm, im Leistenbereich und in den Achseln jedoch am dünnsten.
Die oberste Schicht (Oberhaut) bilden die Haarfollikel, Talg- und Schweißdrüsen. Diese sind in die darunter liegende Lederhaut eingebettet. Die dickste Schicht, das Unterhautgewebe, ist im Wesentlichen ein Speicherorgan und besteht hauptsächlich aus Fettzellen.
Zusammen mit dem Haarkleid bildet die Haut eine Barriere gegen Keime, Bakterien und Parasiten, schützt vor mechanischen Verletzungen und schirmt das Pferd gegen Sonne und Regen ab.
So hat jeder Teil der Haut seinen Teil der Schutzfunktion zu erfüllen.
Die Oberhaut besteht aus verhornten Zellen sowie aus Talg und Schweiß. Rund 12 Bakterien- und etwa 31 Pilzarten leben auf der Haut und im Fell eines gesunden Pferdes. Dieses sensible Gleichgewicht darf nicht gestört werden. Bakterien und Pilze können sich ausbreiten und zu Erkrankungen der Haut führen. Nicht nur, dass die Haut mit den Einflüssen von außen (Schmutz, Staub, steigenden Umweltbelastungen, aggressiver Sonneneinstrahlung etc.) fertig werden muss, auch von innen nach außen wandern viele Abfall- und Schadstoffe. Kein Wunder, dass Hauterkrankungen - speziell allergische Hautreaktionen und Ekzeme - auf dem Vormarsch sind. Die Behandlung kann allerdings schwierig und oft langwierig sein.
Dabei kann die richtige Wahl des Futters hier durchaus unterstützend wirken. Aber auch hier gilt wieder: was dem einen Pferd hilft bzw. Linderung verschafft, muss beim anderen Pferd noch lange nicht helfen. Ein Wundermittel gibt es nicht. Hitzschlag Sie erkennen einen Hitzschlag an: hoher Atemfrequenz, geweiteten Nüstern, ziegelroten Schleimhäuten und einem schlechten Allgemeinbefinden.
Sofern Sie Ihr Pferd geritten haben, satteln Sie dieses umgehend ab und bringen es in den Schatten. Sorgen Sie für viel frische Luft und besprengen Sie es mit kaltem Wasser. Nicht plötzlich klatschnaß machen (Schock!). Rufen Sie ggf. einen Tierarzt.
Huf Biotin-Produkte sollen helfen, die Hufgesundheit zu unterstützen. Diese sollten entsprechend aufeinander abgestimmte Vitamine, Mineralien und Aminosäuren enthalten. Um die Wirkung von Biotin-Produkten etc. zu verstehen, muss man erst einmal den Huf ein wenig kennen lernen: Der Huf des Pferdes ist äußerst kompliziert aufgebaut: Er besteht aus der Hufkapsel, der Lederhaut (verantwortlich für das Hufwachstum) und dem Hufbein (Knochen).
Die Hufkapsel gliedert sich in die harte Hornwand, die Hornsohle mit der weißen Linie sowie den Hornstrahl. Das harte Horn wird von der empfindlichen, unmittelbar darunter liegenden Huflederhaut gebildet. Ein Netz von Blutgefäßen und Nerven durchzieht die Lederhaut. Entzündungen in diesem Bereich führen zu Störungen der Durchblutung und damit zu Wachstumsstörungen des Hufes. Unter der Huflederhaut liegt das Hufbein, das zusammen mit Kron- und Strahlbein das Hufgelenk ergibt.
Folgende Nährstoffe versprechen für eine starke Hornqualität: Biotin: gehört zum Vitamin B-Komplex und fördert die Qualität des Hornwachstums.
Vitamin B6: erfüllt über 100 verschiedene Aufgaben im Körperstoffwechsel, wirkt aber vor allem als Coenzym, um chemische Reaktionen in den Zellen zu beschleunigen.
Zink: Spurenelement, wichtig für zahlreiche Stoffwechselvorgänge, unentbehrlich für eine normale Funktion von Haut und Schleimhäuten sowie für die Regeneration der Haut.
Kupfer: Spurenelement, das an der Bildung von Kollagen beteiligt ist, einem wichtigen Eiweiß für Knochen, Haut und Bindegewebe.
Methionin: essenzielle Aminosäure mit organisch gebundenem Schwefel; stärkt das Zellgewebe.
Cystin: Aminosäure, Spurenelement, das an der Bildung von Kollage beteiligt ist, einem wichtigen Eiweiß für Knochen, Haut und Bindegewebe. Hufwachstum: Der Huf wächst in bei einem – ausgewachsenen - Großpferd ca. 6-9 mm/Monat.
Neben dem Alter der Pferde haben auch die Bewegungsintensität, die Umgebungstemperaturen und eine veränderte Nahrungszusammensetzung Einfluss auf die Wachstumsgeschwindigkeit. So führen mehr Bewegung (= bessere Durchblutung!) und höhere Temperaturen zu einer größeren Hufhornproduktion. Ist Ihnen aufgefallen, dass der Hufschmied im Winter nicht so häufig kürzen muss wie im Sommer?
Hufabszess Dieser wird auch häufig Hufgeschwür genannt. Es handelt sich um eine eitrige Entzündung der Huflederhaut , wobei der Druck, der durch die Ansammlung von Eiter zwischen Huflederhaut und Hufhorn entsteht, dem Pferd starke Schmerzen zufügt und somit zu deutlicher Lahmheit führt.
Hufgeschwüre kommen sowohl bei beschlagenen als auch bei unbeschlagenen Hufen vor. Sie entstehen u.a. durch Verletzungen von außen, jedoch eher selten. So entstehen Sie z. B., wenn das Pferd sich einen kleinen Stein eingetreten hat. Beim unbeschlagenen Huf passiert folgendes: Lederhaut- oder Hufknorpelregionen, die längere Zeit „abgeschnürt“ wurden, sterben ab. Nach einer Wiederdurchblutung und somit „Belebung“ dieser Bereiche werden die toten Gewebeteile durch Eiter vom lebenden Gewebe abgelöst und nach außen befördert, weil die toten Gewebeteile nicht über die winzigen Blutgefäße der Huflederhaut abtransportiert werden können. Hufabszesse befinden sich meist im Trachtenbereich, manchmal auch am Strahl und Ballen oder seitlich an der Spitze des Strahls. Man findet sie auch an alten Nagelstellen, wo das Loch des vorherigen Beschlags noch zu erkennen ist. Häufig verursachen zu lange Eckstreben, die über die Sohle wachsen, Druckstellen, die sich später als Hufgeschwüre bemerkbar machen. Der – wie auch immer – entstandene Abszess muss geöffnet werden. Hier sollten Sie Ihren Tierarzt und/oder Schmied um Hilfe bitten. Helfen können Angußverbände. Empfehlenswert sind auch Umschläge aus warmem Leinsamenbrei, der die Hornsubstanz aufweicht. Sobald der Eiter am Kronenrand austritt, lassen die Schmerzen nach. Das kann allerdings einige Zeit dauern. Mehrere Tage lang badet man dann den Huf täglich in Wasser. Dem Wasser sollten Sie etwas Obstessig/Apfelessig hinzufügen.
Hufrehe Dies bedeutet, dass das Hufbein nach vorne „kippt“. Die Heilungschancen stehen schlecht. Wird die Rehe zu spät erkannt, kann sie zum Tod des Pferden führen.
Unter Hufrehe versteht man eine nichtinfektiöse, für das Pferd sehr schmerzhafte Entzündung der Huflederhaut. Meist sind beide Vorderhufe davon betroffen, selten alle vier Hufe.
Die Huflederhaut ist die entscheidende Nahtstelle zwischen dem Hufbein und der Hufkapsel. Sie sorgt für den Zusammenhalt zwischen Knochen (Hufbein) und den Hufblättchen. Darüber hinaus ist sie für die Hornbildung verantwortlich. Durchblutungsstörungen führen zum Austritt von Blutwasser, die Verbindung zwischen Hufbein und Hufkapsel lockert sich. Die Folge: es kommt zu der gefürchteten Senkung und Drehung des Hufbeins. Im Extremfall kann es die Hufsohle durchdringen.
Ursache können u. a. zu hohe bzw. falsche Belastung oder Fütterungsfehler sein. Besonders gefährlich ist die übermäßige Aufnahme von kohlehydratreichen Futtermitteln (z. B. Gerste, Mais, Hafer, unreifes Getreide, Melasse, junges Weidegras) aber auch der plötzliche Futterwechsel im Frühjahr. Besonders der erste Weidewuchs weist neben hohen Energiegehalten auch erhöhte Eiweißgehalte auf.
Der Gang des Pferd wirkt steif, es bewegt sich nur mühsam vorwärts. Beim Stehen stellt es die Vorderbeine schräg vor, um sie zu entlasten und dadurch die starken Schmerzen zu verringern.
Die Hufrehe kann verschiedene Ursachen haben und wird durch eine Durchblutungsstörung der Huflederhaut ausgelöst. Durch die geschädigten Blutgefäße der Lederhaut tritt Blut und Zellwasser aus und sammelt sich zwischen Hufbein und Hornwand an. Der Druck im Huf löst starke Schmerzen aus. Die Entzündung schwächt die Huflederhaut und lockert die Hufbein/Hornwand-Verbindung. Es kommt zu der gefürchteten Drehung und Senkung des Hufbeines. Im schlimmsten Fall drückt sich der Knochen durch die Sohle durch oder die Hornkapsel löst sich vollständig.
Früher war der Glaube verbreitet, dass Eiweiß Rehe auslöst. Diese Annahme ist jedoch überholt. Vielmehr sind Fruktane die Ursache. Hier handelt es sich um ein Kohlenhydrat, das ab bestimmten Konzentrationen die Hauptrolle bei der Entstehung von Hufrehe spielt. Doch wie können Fruktane entstehen? Tagsüber produziert die Pflanze mittels Photosynthese Energie. Je wärmer und feuchter, desto intensiver läuft die Photosynthese ab. Die dadurch produzierte Energie verbraucht die Pflanze vor allem nachts für das Wachstum. Bildet die Pflanze mehr Energie als sie zum Wachsen benötigt, legt sie Zwischenspeicher, die sogenannten Fruktane, an. Diese überschüssige Energie speichert die Pflanze hauptsächlich im Stängel. Der Fruktan-Gehalt in Weidelgräsern ist höher als z. B. in den Sorten Wiesenlieschgras, Rotschwingel oder Knäuelgras. Warme sonnige Tage (hohe Energie-Produktion) gefolgt von frostigen Nächten (geringes Wachstum) führen zu einem Energieüberschuss. Das Fruktan-Risiko steigt! Insbesondere im Frühjahr und Herbst muss mit höheren Fruktan-Gehalten gerechnet werden! Wird Gras frisch gemäht, verursacht das bei den Pflanzen „Stress“. Auch dies erhöht die Fruktan-Produktion. Fruktan gelangt fast unverdaut in den Dickdarm des Pferdes, der nicht auf die Verarbeitung so großer Fruktan-Mengen ausgelegt ist. Der schnelle Abbau führt zu einer Übersäuerung des Darminhaltes und verdrängt die natürliche Darmflora. Gleichzeitig sterben vorhandene Darmbakterien ab und bilden Gifte. Diese gelangen über die Darmwand in die Blutbahn und können so die Hufrehe auslösen. Das ist übrigens der gleiche Grund, aus dem eine Hufrehe durch zuviel Kraftfutter (Stärke) ausgelöst wird.
Daher: Lassen Sie rehegefährdete Pferde keinesfalls an einem frostigen und sonnigen Morgen auf die Weide (hohe Fruktan-Konzentrationen). Ideal ist der Weidegang bei Bewölkung sowie bei feucht-warmen Bedingungen. Bei lauen Nächten ist es sinnvoll die Pferde spät nachts auf die Weide zu lassen und am Morgen, wenn die Sonnenstrahlung zunimmt, von der Koppel holen. Vermeiden Sie frisch abgemähte Weiden, da das „gestresste“ Gras erhöhte Fruktan-Mengen produziert. Durch die Wahl fruktanarmer Grassorten senken Sie den Fruktan-Gehalt auf der Weide.
Hufrollenentzündung Als "Hufrolle" wird die Einheit des Strahlbeins, des Hufrollenschleimbeutels und des Abschnitts der tiefen Beugesehne bezeichnet. An dieser empfindlichen Stelle gibt das Strahlbein der tiefen Beugesehne eine andere Richtung in ihrem Verlauf zum Hufbein. Der Schleimbeutel dient als Polster für die über das Strahlbein gleitende Sehne. Eine typische Abnutzungserscheinung ist die Hufrollenentzündung. Kissing Spines Rückenschmerzen beim Pferd können viele Ursachen haben, so z.B. Verspannungen, blockierte Wirbel, Zerrungen oder eben Kissing Spines. Bei Kissing Spines berühren sich die Dornfortsätze der Wirbel und reiben aneinander. Dadurch entstehen für das Pferd sehr schmerzhafte Entzündungen. In extremen Fällen können sich die Dornfortsätze auch überkreuzen oder sogar zusammenwachsen. Besonders gefährdet für diese Erkrankung sind Pferde mit Senkrücken und wenig Rückenmuskulatur. Wenn die Kissing Spines auftreten, dann meist in der Sattellage, da hier die Dornfortsätze am längsten sind.
Symptome: empfindlicher Rücken, Sattelzwang, Schwierigkeiten beim Biegen des Pferdes und unklare Lahmheiten in der Hinterhand. Behandelt werden Kissing Spines meist mit Entzündungshemmern und entsprechendem Muskeltraining.
Kolik Es gibt verschiedene Koliktypen. Die Krampf- und Verstopfungskoliken treten am häufigsten auf. Es gibt aber auch andere Formen. Auf jeden Fall gilt: Bei Kolik den Tierarzt rufen!
Eine Kolik entsteht vorrangig durch Fütterungsfehler. Verantwortlich sein können aber auch mangelnde Bewegung, Stress, Parasitenbefall, Vergiftungen, Infektionen oder auch Witterungseinflüsse (jedoch äußerst selten).
In fast allen Fällen verweigern die Pferde bei einer Kolik das Futter. Das Pferd ist unruhig, beginnt zu scharren, legt sich hin und wälzt sich. Bei starken Schmerzen schmeißt es sich auf den Boden. Ebenfalls häufig schauen sich die Pferde nach dem Bauch um. Eventuell fangen die Tiere an, nach dem schmerzenden Bauch zu treten. Parallel dazu erhöht sich die Puls- und Atemfrequenz und das Pferd schwitzt.
Auf jeden Fall müssen Sie sofort den Tierarzt holen! Während des Wartens darf das Pferd auf keinen Fall gefüttert werden. Das gesamte Futter muss aus der Box entfernt werden (auch das Stroh und Heu). Sie können Sie das Pferd auch eindecken, wenn es nicht zu warm ist. Wärme entspannt und wirkt entkrampfend.
Oft wird vorgeschlagen, das Pferd zu führen. Hierüber gehen jedoch die Meinungen auseinander. Wirkt sich das Führen positiv auf das Allgemeinbefinden des Pferdes aus, sollten Sie ruhig weitermachen. Weigert sich allerdings das Pferd oder legt es sich auf den Boden, dann sollten Sie es nicht zum Aufstehen oder Weiterlaufen zwingen. Dies bedeutet für das Pferd zusätzlichen Stress. Achten Sie bitte nur dringend darauf, dass sich Ihr Pferd nicht verletzt! Krampfkolik Bei der Krampfkolik leidet das Pferd unter schubweise auftretenden Darmkrämpfen. Zwischen den einzelnen, sehr heftigen Anfällen liegen längere Abschnitte, in welchen sich das betroffene Pferd völlig normal verhält. Anfangs ist das Pferd nur unruhig, mit den stärker werdenden Schmerzen schmeißt es sich unkontrolliert zu Boden. Eine Krampfkolik wird meist durch Stress, Wetterumschwung, Fütterungsfehler, schlecht gekautes Futter (Zahnschäden [auch altersbedingt]) oder starken Wurmbefall ausgelöst. Verstopfungskolik Eine Verstopfungskolik entwickelt sich langsam. Die Bauchschmerzen können auch für ein paar Tage aussetzen, treten dann aber wieder umso heftiger auf. Kot wird weniger abgesetzt und die Pferdeäpfel sind trockener und fester als normal. Grundsätzlich empfehle ich, täglich mal „einen Blick über die Pferdeäpfel zu werfen“. So können Sie notfalls eine außergewöhnliche Konsistenz oder Färbung erkennen. Die Pferde schauen sich auch bei dieser Kolik nach dem schmerzenden Bauch um und legen sich auf den Boden. Hervorgerufen wird die Verstopfung in der Regel durch zu hastige Nahrungsaufnahme, holziges Stroh, schlechte/verdorbene Silage aber auch durch Bewegungsmangel, starken Wurmbefall oder durch eine Darmentzündung.
Die Darmgeräusche sind zunächst verstärkt. Im weiteren Verlauf kommt es zu einem Dauerkrampf, der die Darmbewegungen unterdrückt, so dass dann keine oder nur geringe Darmgeräusche zu hören sind. Gaskolik Die übermäßige Aufnahme von blähenden Futtermitteln (z.B. Klee und Luzerne) führt zu einem Gärungsprozess im Darm und zu dessen Ausdehnung. Diese bewirkt u.a. eine Behinderung der Atmung und Blutzirkulation sowie eine sichtbare Vergrößerung des Bauchumfangs. Die Darmgeräusche sind zunächst verstärkt, später unterdrückt. Der Kot ist weich und mit Gasblasen durchsetzt. Innere Verlegung des Darms Durch feste, bewegliche Körper (wie z. B. Haarbälle, Pflanzenbälle, Darmsteine) kann der Darm stark verengt oder ganz verschlossen werden. Hierbei kommt es zu plötzlich auftretenden, andauernden Kolikanfällen mit meist fehlendem Kotabsatz. Magenüberladung Ursache einer Magenüberladung ist meist zu hastiges Fressen, zu große Kraftfutterrationen oder die Verfütterung von stark quellenden Futtermitteln, die nicht ausreichend eingeweicht wurden, z. B. Rübenschnitzel/Melasseschnitzel. Das Pferd leidet unter starken Schmerzen, die es durch Unruhe, wiederholtes Hinwerfen und Schweißausbrüche zeigt. Eine schnelle tierärztliche Behandlung ist notwendig, da ein Magenriss tödlich endet. Sandkolik Der Dickdarm des Pferdes enthält mehrere sackähnliche Ausstülpungen (auch der Blinddarm), in denen sich der Sand ansammeln kann. Dadurch wird der Darm in diesen Regionen schwerer und träger. Die Sandansammlung in den Blind- und Dickdarmabschnitten verläuft meist mit gering- bis mittelgradigen und oft mit Pausen unterbrochenen Kolik anfällen. Besteht die Gefahr, dass die Tiere aufgrund ihrer Haltung viel Sand aufnehmen, so ist eine prophylaktische Gabe von Flohsamenschalen sinnvoll. Die Schalen enthalten Schleimstoffe, die eine hohe Quellfähigkeit und ein gutes Wasserbindungsvermögen besitzen. Der Sand wird in einer schleimigen Masse aus den Flohsamen gebunden und mit ausgeschieden.
Koppen Koppen ist eine Verhaltensstörung. Als Koppen bezeichnet man die Öffnung des Schlundkopfes durch die Anspannung der unteren Halsmuskulatur. In Folge dessen kommt es beim Pferd zu einer Lufteinströmung in die Speiseröhre und zur Entwicklung eines, für das Koppen charakteristischen Tons. Das Koppen klingt ähnlich wie Rülpsen. Pferde koppen nicht ständig, häufig wird dieses Fehlverhalten durch bestimmte Reize ausgelöst. Man unterscheidet 2 Arten des Koppens: Aufsetzkopper: Das Pferd setzt mit seinen Schneidezähnen auf einem bestimmten Gegenstand auf, um dann den Koppvorgang auszuführen. Ein Freikopper benötigt zum Koppen keinerlei „Hilfsmittel“. Er bewegt seinen Hals beim Koppen in Richtung Brust und lässt ihn während des Koppens nach vorne schnellen. Zur Vermeidung des Koppens wird eine artgerechte Haltung empfohlen (also: Bewegung, Beschäftigung, Weidegang, Kontakt zu Artgenossen …) Unabhängig von der Haltungsweise eines Pferdes scheint es aber auch eine genetische Prädisposition zum Koppen zu geben, wie Hengstlinien beweisen, in denen 30 % aller Nachkommen zum Koppen neigen.
Kotwasser Man versteht darunter den gesonderten Absatz von Pferdeäpfeln und Darmwasser oder das Absetzen von sehr wässrigen Pferdeäpfeln. Die Hinterbeine und der Schweif von diesen Pferden sind stark verschmutzt.
Das Auftreten von Kotwasser ist ein Zeichen für eine Verdauungsstörung, der auf jeden Fall nachgegangen werden sollte. Durch nicht einwandfreies Futter oder Stress kann es zu einer Störung der Zusammensetzung der Darmflora kommen.
Auffallend ist, dass überwiegend männliche Tiere unter Kotwasser leiden und dass die Symptome vorwiegend im Winter auftreten.
Wichtig ist es, die Qualität des Pferdefutters sicherzustellen und somit die Gefahr von futterbedingten Verdauungsstörungen so gering wie möglich zu halten.
Das Gleichgewicht der Darmflora kann durch die Zufütterung von Bierhefe, Fermentgetreide, Brottrunk oder Joghurt positiv beeinflusst und wieder hergestellt werden. Flohsamenschalen haben sich bei Pferden bewährt, die viel auf sandigen Koppeln gehalten werden (s.o.). Der Darm wird durch den aufgenommenen Sand gereizt. Die Flohsamenschalen transportieren den Sand auf natürliche Weise aus dem Darm hinaus.
Oft reicht schon eine kleine Änderung der Futterration damit das Pferd frei von Kotwasser ist. Lassen Sie doch einfach mal Möhren und Brot weg und füttern Sie statt Silage mal Heu.
Kreuzverschlag und PSSM Es gibt verschiedene Muskelstoffwechselstörungen, die sich von den Symptomen her ähneln, aber andere Ursachen haben. Symptome:
- Schwitzen
- Muskelzittern, Muskelkrämpfe
- Unwillig zu laufen, bis zu bewegungsunfähig
- Dunkler Harn
Kreuzverschlag: Bei Kreuzverschlag unterscheidet man zwei Formen: Akuter/sporadischer Kreuzverschlag: Tritt zum einen nach Überlastung auf (Überforderung) oder als die typische „Montagskrankheit“ (Stehtag mit voller Futterration). Die Muskelüberlastung und eine Elektrolyt-Imbalance führen zu starken Muskelverkrampfungen, die Tiere können sich kaum noch bewegen. Chronisch/wiederkehrender Verschlag Häufig erblich bedingt und betrifft meist Rennpferde (Vollblüter, Araber; nervöse Pferde) aber auch Warmblüter. Auffällig ist, dass überwiegend junge Stuten betroffen sind. Mineralstoff-Imbalancen (Elektrolyte, Calcium) und Kraftfutter beeinflussen den Verschlag. Die Anzeichen sind deutlich milder als bei der akuten Verlaufsform. Das Problem tritt häufig bei Pferden in gutem Trainingszustand auf. PSSM- Zuckerspeicherkrankheit PSSM ist eine Stoffwechselstörung bei der zuviel Glykogen (Speicherform des Zuckers) in der Muskulatur eingelagert wird. Von PSSM sind vor allem die typischen Westernpferde wie Quarter Horses, Paints und Appalosa betroffen, auch andere „ruhige“ Pferdetypen wie Kaltblüter. Das Tückische an der Krankheit ist, dass die Symptome nicht immer einem typischen Verschlag ähneln. Die Pferde zeigen sich häufig bewegungsunlustig, steif und lustlos. Leber Die Verdauungsorgane des Pferdes sind darauf ausgerichtet, ständig kleine Mengen energiearmer und rohfaserreicher Nahrung zu verwerten. Das ist heute jedoch häufig nicht der Fall. Das Pferd erhält hochenergetische Futtermittel, meist verteilt auf zwei bis drei Rationen am Tag. Diese stoßweise Aufnahme hoher Energiekonzentrationen belastet sowohl die Verdauungsorgane als auch den Leberstoffwechsel.
Gerade die Leber spielt bei der Umwandlung von Futter in leistungswirksame Substanzen, aber auch bei der Entgiftung und Ausscheidung von Stoffwechselprodukten eine entscheidende Rolle. Besonders belastet wird die Leber durch übermäßige Eiweiß-Zufuhr. Infektionen, Erkrankungen, Medikamente aber auch eine erhöhte Laktatbildung durch anstrengende Arbeit belasten den Leberstoffwechsel zusätzlich.
Um eine Überlastung bzw. Erkrankung der Leber zu vermeiden, sollten Wirk- und Nährstoffe über das Futter zugeführt werden. Dazu zählen besonders Cholin, das die Fettverarbeitung in der Leber unterstützt sowie die schwefelhaltige Aminosäure Methionin, die Umbau und Entgiftung von Stoffwechselprodukten positiv beeinflusst.
Achtung! Wenn die Leberwerte Ihres Pferdes schlecht sind und Sie hierfür auf Anhieb keine Erklärung haben, prüfen Sie bitte Ihre Weide und Ihr Heu auf Jakobskreuzkraut! Hierauf werden wir zu gegebener Zeit noch an anderer Stelle unserer Ecke „Wissenswertes“ eingehen.
Mauke Als Mauke bezeichnet man eine Hautentzündung in der Fesselbeuge des Pferdes. Ein Pferd mit Mauke hat im Anfangsstadium gerötete Stellen in der Fesselbeuge, an denen oft das Fell ausgeht. Verstärkt sich die Mauke, gehen diese Stellen auf und es bilden sich harte, schorfige Krusten. Unter den Krusten geht die Entzündung weiter und es entstehen immer tiefere Krater. Meist laufen die Beine an. Die Schwellungen gehen aber nach Bewegung häufig wieder zurück. Bei extrem starker Mauke schwillt das Bein extrem an und ist deutlich heiß. Durch die starke Schwellung hat das Pferd Schmerzen und geht lahm. Die größere Gefahr ist aber, dass eine Sepsis entsteht und auf den gesamten Organismus übergreift. Das kann für das Pferd tödlich enden!
Daher gilt es, die Mauke bereits gar nicht erst zuzulassen. Vermeiden Sie deshalb: - ständige Feuchtigkeit
- schlecht gemistete Boxen
- mangelnde Pflege
- langer Behang, in dem sich Dreck und Feuchtigkeit festsetzen
- ein allgemein schlechter Gesundheitszustand
- Stress
- Allergien
- Milben
- Pilzinfektionen
Entdecken Sie Rötungen in der Fesselbeuge, waschen Sie die Beine des Pferdes mit einem milden Shampoo. Anschließend trocknen Sie die Fesselbeugen sorgfältig ab. Bitte nur tupfen, nicht feste „rubbeln“. Danach bestreichen Sie die Rötungen dünn mit einer desinfizierenden Salbe (z.B. Jod).
Haben sich schon klebrige Krusten gebildet, ist es wichtig diese täglich zu entfernen. Weichen Sie die Krusten mit etwas Fettsalbe ein und reinigen Sie die Beine nach dem Reiten gründlich mit Wasser und Seife. Dabei entfernen Sie sanft (!) die Krusten. Anschließend werden die Beine wieder trocken getupft und die Wunden desinfiziert.
Was Sie nicht tun sollten: Sie dürfen die Wunden keines Falls mit einer zähen, luftdichten Salbe abdecken. Verwenden Sie bitte niemals: Melkfett, Teercreme oder Babycreme. Diese Salben verschließen die Wunde nämlich luftdicht. Damit fühlen sich die Bakterien erst recht wohl. Bewegen Sie Ihr Pferd täglich, jedoch nicht zuviel. Dauert der Zustand über Wochen an, schalten Sie bitte einen Tierarzt ein. Häufig tritt Mauke auch in Stresssituationen auf (z.B. nach einem Stallwechsel etc.). In diesem Fall ist es sinnvoll, diese Stressfaktoren auszuschalten.
Muskulatur (aber auch Gelenke, Sehnen, Bänder ..) Vitamin E gehört zu den fettlöslichen Vitaminen und ist unentbehrlich für den Zellstoffwechsel.“ Dennoch können Sie Ihrem „verspannten“ Pferd nicht helfen, indem Sie einfach mal Vit. E. füttern. Es muss die Ursache für die Verspannung gefunden werden. Prüfen Sie deshalb:
- Sind die Haltungsbedingungen in Ordnung?
- Ist das Training richtig dosiert?
- Passt der Sattel?
- Macht der Reiter Fehler, die Rücken und/oder Hinterhand des Pferdes einseitig belasten?
- Wie sieht die Fütterung aus?
Richtig eingesetzt, können Vitamin E-Produkte die Rittigkeit verbessern oder Magnesium-Zusätze die Regeneration und Ausgeglichenheit unterstützen. In bestimmten Fällen kann auch die Kombination bestimmter Produkte sinnvoll sein. Vitamin E Zusammen mit dem Spurenelement Selen und der essenziellen Aminosäure Lysin schützt das hochdosierte Vitamin E Sportpferde vor Muskelverspannungen (besonders im Rücken und in der Kruppe). Der optimierte Muskelstoffwechsel verbessert die körperliche Belastbarkeit, Leistungsbereitschaft und Kondition. Vitamin E-Produkte können ohne Gefahr von Nebenwirkungen über einen längeren Zeitraum gefüttert werden. Magnesium kombiniert mit Vitamin E Sportpferde, die nach intensiver Arbeit stark schwitzen und/oder zu Muskelzittern neigen haben in der Regel einen erhöhten Magnesium-Bedarf. Magnesium ist für den Energiestoffwechsel der Nerven- und Muskelzellen wichtig. Empfehlenswert ist hier ein kombiniertes Vitamin E/Magnesium-Produkt. Gelenke, Sehnen und Bänder sind in Training und Wettkampf starken Belastungen ausgesetzt. Die im Muschel-Konzentrat enthaltenen Wirkstoffe Glykosaminoglykane und Omega-3-Fettsäuren schützen das Bindegewebe und beugen so vorzeitigem Verschleiß vor. Tipp: eine Kombination von hoch dosiertem Vitamin E, Selen und Lysin mit Muschel-Konzentrat füttern. Vitamin E ist unentbehrlich für den Zellstoffwechsel, insbesondere für die Zellatmung. Vitamin E verbessert die Sauerstoffversorgung und -verwertung in der Muskulatur und steigert so die Leistungsfähigkeit. Ein Mangel führt zu Muskeldegeneration, Bewegungsstörungen (Verspannungen, Steifheit, Lahmheit) und Leberschäden.
Lysin ist eine essenzielle Aminosäure und spielt eine wichtige Rolle als Puffer und Katalysator von Milchsäure im Muskelstoffwechsel. Durch die Stimulation der Kreatinsynthese (für Energietransport) verbessert sie den Energiestoffwechsel der Muskulatur erheblich. Bei einem Lysinmangel ist der Aufbau körpereigener Substanz, insbesondere von Muskulatur, nur begrenzt möglich. Satteldruck Satteldruck ist für ein Pferd sehr schmerzhaft und braucht, zu spät erkannt, lange zur Heilung. Daher ist größte Aufmerksamkeit gefragt.
Bereits Veränderungen im Verhalten des Pferdes können auf Probleme mit dem Sattel hinweisen. Tun Sie ein geändertes Verhalten Ihres Pferdes nicht als „der hat heute mal wieder keine Lust“ ab. Gehen Sie der Ursache auf den Grund. Besteht die Möglichkeit, dass der Sattel nicht/nicht mehr passt? Sie können das selbst ein wenig testen, indem sie eine saubere Satteldecke unter den Sattel legen und Ihr Pferd dann bewegen. Ungleichmäßige Schweißspuren in der Sattellage weisen auf einen schlecht sitzenden Sattel hin. Eine schlechte Passform des Sattels ist oft der Grund für Satteldruck. Entweder liegt der Sattel im vorderen Zwieselbereich auf dem Widerrist auf und übt dort Druck auf die Haut und die Dornfortsätze der Brustwirbelsäule aus, die Kissen im vorderen Sattelbereich liegen zu eng oder aber der Sattel bewegt sich zu stark unter dem Reiter. Haben Sie den Veracht auf Satteldruck, sollte der Sattel sachkundig überprüft werden. Die „Schuld“ muss aber nicht immer beim Sattel liegen. Satteldruck entsteht auch durch ungenügendes Putzen der Sattellage, weshalb hier penibel auf gründliches Putzen geachtet werden musst. Es ist auch möglich, dass der Sattelgurt scheuert. Hier können Sie evtl. einen anderen Gurt (anderes Material Bsp. Neoporen statt Schnur) verwenden oder einen Gurtschoner benutzen. Auch die Gurtlage muß immer gut geputzt sein. Hier gilt das gleiche wie für die Sattellage. Puls – Atmung und Temperatur >PAT-WERTE< Gemessen werden Puls und Atmung über 15 sec.. Die Werte dann x 4 rechnen. Es ist normal, wenn die Werte bei Anstrengung höher sind (Bewegung).
Puls Dieser hängt u. a. ab vom Alter, vom Geschlecht und von der Rasse des Pferdes. Der Ruhepuls liegt bei 30-48 Schlägen/Minute. Den Puls können Sie an der Unterseite des Kieferastes fühlen. (Das ist die Kuhle unten am Kopf unter den Wangen).
Atmung Der Ruhewert beträgt 8-16/Minute. Normalerweise ist die Atmung langsam und unregelmäßig. Beobachten Sie zur Messung am besten die Flanken des Pferdes. Das Ein- und Ausatmen wird zusammen als ein Atemzug gerechnet. Bitte nicht auf die Nüstern schauen.
Temperatur Die Normaltemperatur liegen zwischen 37,5 –38,3°C. Auch dieser Wert ist abhängig von Alter, Geschlecht und Tageszeit. Bitte im After messen. Prellungen und Einschüsse Hier empfiehlt sich ein kühlender Verband z. B. mit Rivanol-Lösung. Es gibt aber auch im Handel kühlende Pasten und Cremes. Auch können Sie vorsichtig mit Wasser kühlen.
Schale Schale ist eine Reizung der Knochenhaut. Dies kann dazu führen, dass neues Knochengewebe gebildet wird. Solche Knochenwucherungen befinden sich meistens am Kronbein, Hufbein oder Fesselbein und können sich an allen vier Beinen bilden, jedoch sind oft die Vorderbeine befallen. Man unterscheidet zwischen der gelenknahen Schale und der Gelenkschale. Die Gelenkschale ist weitaus schwieriger zu behandeln, da sie meist zu starken Schmerzen führt und die Gelenkbeweglichkeit stark eingeschränkt ist. Die gelenknahe Schale befindet sich – wie der Name schon sagt – in nächster Umgebung des Gelenks, das Gelenk selber ist nicht betroffen. Pferde die Schale haben zeigen meist eine unterschiedlich starke Lahmheit. (An dieser Stelle ganz kurz zum Thema Lahmheit. Oft können Laien nicht feststellen, auf welchem Bein ihr Tier lahmt. Deshalb hier ein Tipp: Das Pferd belastet das kranke Bein kürzer als das gegenüberliegende gesunde Bein. Beim Laufen kann man erkennen, dass sich das Pferd immer auf das gesunde Bein fallen lässt um das erkrankte Bein zu entlasten. Ein starkes Nicken des Kopfes ist dabei zu sehen.)
Eine Schale kann entstehen durch Verletzungen, wodurch die Knochenhaut gereizt wird. Zum Beispiel bei Knochenbrüchen, bei eitrigen Entzündungen, tiefen Verletzungen durch scharfkantige Gegenstände, Huftritte durch andere Pferde, Schlagen gegen die Boxenwand, Huffehlstellungen (z. B. zu hohe Trachten), zu frühes Anreiten junger Pferde, Verstauchungen und Prellungen, regelmäßige abrupte Stopps und Starts beim Reiten, extreme Überanstrengung ...
Schlundverstopfung In freier Wildbahn fressen Pferde ständig kleine Mengen Futter. Wenn das Pferd jetzt in Gefangenschaft größere Portionen bekommt, kann es zu Problemen – wie Schlundverstopfung – kommen. Bei dieser Erkrankung ist die Speiseröhre teilweise oder ganz verstopft, so dass das Pferd nicht mehr schlucken kann.
Typische Symptome für eine Schlundverstopfung sind Unruhe, plötzliche Appetitlosigkeit, ständiges krampfhaftes Schlucken (sieht man auch am Bauch), starkes Speicheln und Futterbrei der ausgehustet wird oder aus der Nase läuft. Das Pferd wird oft panisch, schwitzt stark oder versucht durch ständiges Trinken die Blockade zu lösen. Häufig steht das Pferd breitbeinig mit gesenktem Kopf. Um die Schlundverstopfung herum bildet sich meist ein Krampf in der Muskulatur der Speiseröhre. Der ist für das Pferd sehr schmerzhaft. Hat ein Pferd eine Schlundverstopfung, sollten Sie sofort einen Tierarzt rufen.
So können Sie einer Schlundverstopfung vorzubeugen: Füttern Sie nie zu viel auf einmal. Bekommt das Pferd mehr als drei Liter Futter pro Mahlzeit, sollten Sie die das Futter lieber auf mehr Mahlzeiten verteilen. Achten Sie darauf, dass das Pferd langsam frisst. Bei hastigen Fressern kann es helfen, ein paar große Steine in die Futterkrippe zu legen. Dann kann das Pferd nicht so schlingen.
Füttern Sie Obst und Gemüse, achten Sie auf die Stückgröße. Schneiden Sie Karotten nur so klein, dass das Pferd sie noch kauen muss. Ganz verschluckte Karottenstücke sind eine häufige Ursache für Schlundverstopfungen. Gefahren bergen auch kleine harte Äpfel und Birnen, die ganz gefressen werden.
Trockenes Futter wie Rübenschnitzel und Kleie müssen (!) ausreichend eingeweicht werden. Sonst können Sie auf dem Weg durch die Speiseröhre kleben bleiben und eine Schlundverstopfung auslösen.
Pferde, die Strohpellets und Hanfeinstreu in größeren Mengen fressen, neigen auch oft zu Schlundverstopfung. In einem solchen Fall ist genügend Raufutter (Heu/Stroh) die beste Lösung. Immer Raufutter bei der Aufstreu/Frischeinstreu zur Verfügung stellen.
Ist ein Pferd sehr anfällig für Schlundverstopfung, empfiehlt es sich, das Futter vor dem Füttern etwa eine Stunde lang einzuweichen. Das macht es weicher und es bleibt nicht so leicht stecken oder kleben. Gekochter Leinsamen und Öl sorgen dafür, dass der Brei besonders gut rutscht.
Sommerekzem Ursache ist die weibliche Mücke der Gattung Gnitze oder Kriebelmücke. Sie löst durch ihre Stiche das Sommerekzem aus. Bevorzugt leben Gnitzen in windstillen Feuchtraumgebieten und sind besonders dämmerungsaktiv.
Folgende Faktoren können den Ausbruch der allergischen Reaktionen bzw. deren Behandlung positiv beeinflussen: die Haltung, das Futter, Pflege-Produkte und natürlich der Einsatz unterschiedlicher Medikamente. Im Vordergrund steht dabei immer die Individualität des betroffenen Pferdes! Was bei dem einen Pferd hilft, muss bei dem anderen Pferd noch lange nicht helfen. Folgende Tipps werden jedoch immer wieder gern gegeben und müssen „einfach von Pferd zu Pferd erprobt“ werden.
Wenn möglich, sollten windgeschützte Weiden in der Nähe von Feuchtgebieten vermieden werden. Von Mai bis Oktober den Weidegang auf die Zeit zwischen 9 und 16 Uhr, besser noch: 10 bis 13 Uhr beschränken (auch wenn es Ihnen als Halter „weh tut“. ) Der Stall oder Unterstand sollte dunkel, kühl, ohne Pfützen und Mistberge sein und bevorzugt einen Vorhang aus Kunststoffstreifen haben. Die Weide sollte regelmäßig von Pferdeäpfeln befreit werden. Sie sollten Scheuermöglichkeiten ohne Verletzungsgefahr anbieten (z.B. Besen mit Kunststoffborsten, ausgediente Kokos-Fußmatten etc.).
Der Einsatz von Arzneimitteln (meist Cortison oder Insulin) sollte nur durch den Tierarzt erfolgen. Bitte hier nicht einfach rumprobieren. Bitte sprechen Sie Ihren Tierarzt an. Auch besteht die Möglichkeit alternativer Behandlungsmethoden wie Eigenbluttherapie, Desensibilisierung oder der Einsatz homöopathischer Mittel. Auch hier wollen Sie bitte Ihren Tierarzt einschalten. Achtung: beim Einsatz von Naturheilmitteln können sich die Symptome kurzfristig verschlechtern bevor eine Besserung auftritt. Lassen Sie sich nicht direkt entmutigen.
Sprühen Auch hier gilt: Sie müssen ausprobieren, bis Sie das Mittel Ihrer „Träume“ gefunden haben.
Fütterung Das Sommerekzem ist kein (!) reines Fütterungsproblem. Auch hier müssen Sie testen. Oft müssen verschiedene Zusätze von Kieselgur bis Knoblauch - getestet werden, bis ein Mittel den gewünschten Erfolg bringt. Positiv beeinflussen können: - gutes Rauhfutter, wenig Energie
- frisches Gras von stickstoffgedüngten Weiden meiden
- wenig Produkte wie Weizenkleie oder Haferschälkleie
- Mineralienversorgung (wichtig: die Spurenelemente: Zink, Kupfer und Selen)
Es hielt sich lange Zeit die Meinung, frisches Gras könnte die Krankheit auslösen. Zwischenzeitlich wurde jedoch (durch einen britischen Arzt) das Gegenteil bewiesen. Auch dass Sonnenlicht verantwortlich sei, konnte widerlegt werden.Inzwischen ist das Entstehen des Sommerekzems nachgewiesen: Es handelt sich um eine Überempfindlichkeit einzelner Pferd gegen Inhaltsstoffe des Speichels von Mücken. Spat Spat ist eine Erkrankung des Sprunggelenkes. Es entzünden sich dabei die kleinen weniger beweglichen Gelenke im Sprunggelenk. Wenn Spat vom akuten in den chronischen Verlauf über geht, wird auch der Gelenkknorpel angegriffen. Eine chronische Entzündung entsteht. Umfangsvermehrungen im Bereich der Innenseite des Sprunggelenks sind sichtbar. Erkennbar ist Spat an der Art der Lahmheit. Das Pferd läuft sich förmlich ein. Es lahmt nur anfangs, später verschwindet diese Lahmheit beim Laufen. Das erkrankte Hinterbein kann nicht mehr richtig angewinkelt werden und die Schritte verkürzen sich in der Bewegung. Manche Pferde schleifen mit den Zehen der Hinterhufe über den Boden. Beim Stehen entlasten die Pferde oft das erkrankte Bein und auch das Hufe geben bereitet den Pferden Schwierigkeiten aufgrund der Schmerzen. Es kann folgende Auslöser geben: Tritt durch andere Pferde, Quetschungen und Verstauchungen, falsche Reitweise, Störungen im Knochenstoffwechsel oder Knochenbau, falsche Fütterung, Knochenzysten, Verdrehungen und Zerrungen, Stellungsfehler der Hufe, Beine, etc. Strahl (Strahlfäule) Dieser gehört zu den Problemzonen des Hufes. Hat sich das Weichhorn des Strahl in eine übelriechende, grau-schwarze schmierige Masse verwandelt, spricht man von Strahlfäule. Mehr als 60 % aller Sport- und Freizeitpferde sind bzw. waren schon einmal davon betroffen.
Hauptursache ist die Schädigung des Horns durch Urin und Mist (Ammoniak) in verschmutzten Stallungen und Ausläufen. Erst bei hygienischen Haltungs-bedingungen kann eine Neuerkrankung erfolgreich verhindert werden. Zur direkten Behandlung haben sich austrocknende und desinfizierende Produkte zur äußerlichen Anwendung auf der Basis von Kupfersulfat (10 %), Salizylsäure oder Jodoformäther bewährt. Zur Vermeidung von Strahlfäule müssen Stall und Paddock sauber gehalten werden. Nicht der Schlammpaddock an sich ist das Problem, sondern der im Schlamm enthaltene „Müll“ aus Urin und Kot (s. o.) Sauberkeit ist oberstes Gebot! Verbände Legen Sie NIE Verbände ohne Polsterung an. Benutzen Sie Watte, Zellstoff oder falls nicht vorhanden, notfalls ein Handtuch etc. Bitte legen Sie keine Watte direkt auf die Wunde wegen der entstehenden „Flusen“. Vorher mit Mull abdecken. Die Polsterung darf nie unter dem Verband komplett verschwinden. Sie muß immer oben und unten herausschauen (Druckstellen).
Verdauung Früher mussten die Vorfahren unserer Hauspferde ihr Futter täglich “erlaufen”: Sie haben sich ständig bewegt und nahmen währenddessen fortwährend kleine Mengen wenig gehaltvoller Pflanzennahrung zu sich. Hier waren die Pferde bis zu 16 Stunden unterwegs. Durch zu kurze und zu wenig Fütterungszeiten, überhöhtes Nährstoffangebot und zu großes Futtervolumen sind Fütterungsfehler vorprogrammiert. Trotz räumlich eng begrenzter Haltungsbedingungen mit eingeschränkten Weidezeiten sollte den natürlichen (Futter-) Bedürfnissen des Pferdes möglichst entgegengekommen werden: - 5 bis 6 Stunden Fresszeit täglich
- mindestens 3 x pro Tag füttern
- nach Futteraufnahme ca. 1_h keine Arbeit
- freie Möglichkeit der Wasseraufnahme.
Wir hoffen, Ihnen mit unseren Ausführungen einen kleinen Einblick in das umfangreiche Thema Pferd – das hier leider nicht vollständig abgehandelt werden konnte – gegeben zu haben.
Scheuen Sie sich nicht, Ihren Tierarzt zu fragen, bevor Sie an Ihrem Pferd unsachgemäß „herumprobieren“. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen (dann schon eher vom Pferd).
Verletzung Bewahren Sie zunächst die Ruhe. Es bringt nichts, wenn Sie Ihr Pferd „anstecken“. Beruhigen Sie Ihr Pferd und halten Sie es warm. Versorgen Sie evtl. blutende Wunden.
Prüfen Sie, ob Ihr Pferd ggf. einen Schock hat: ist Ihr Pferd schwach und hat einen schnellen, schwachen Puls. Hat es blasse Schleimhäute und eine schnelle, jedoch flache Atmung? Fühlt sich das Pferd ggf. kühl an?
Weben Das Weben ist eine psychische Verhaltensstörung eines Pferdes in Stallhaltung. Es eine Stereotypie (wie z. B. das Koppen). Es wird häufig bei Langeweile gezeigt.
Beim Weben pendelt das Pferd mit der Kopf-Hals-Partie hin und her, wobei zusätzlich das Gewicht ständig von einem Vorderbein auf das andere verlagert wird. Bei sehr starkem Weben kann es sein, dass die Hinterhand in die Gegenrichtung pendelt. Diese Bewegung können wir auch teilweise bei Elefanten im Zoo beobachten, wenn sie z. B. angekettet sind.
Durch die dauerhafte Belastung kann es zu Schäden im Bereich der Vorderhandgelenke (Knochen und Sehnen) kommen.
Eine Bekämpfung des Webens ist schwierig und langwierig. Es muss Ursachenforschung betrieben werden! Die Haltungsbedingungen müssen verbessert werden (Futteraufnahme, artgerechten Bewegung, Sozialverhaltens ...)
Wunden Tiefe Wunden Schützen Sie die Wunde vor weiteren Verschmutzungen (Verband) und rufen Sie den Tierarzt.
Schürfwunden Kleine: Alu- oder antibiotisches Spray auftragen. Vorher nicht reinigen und nicht verbinden, sondern „atmen“ lassen.
Große: mittels Wasser reinigen (Schlauch, nicht mit Tüchern „rumfeudeln“), weitere Reinigung mit Desinfektionsmittel oder Wasserstoffperoxid, Sprayverband und evtl. Tierarzt rufen.
Größere Wunden Blutungen stillen (s.o.), Haare an den Wundrändern entfernen (Einmalrasierer)
Rißwunde Gleiches Verfahren wie bei größeren Wunden. Dann Reinigung mit Wasser, Wasserstoffperoxid oder Rivanol. Anschl. antibiotisch die Wunde versorgen und einen Rivanolverband anlegen.
Stichwunde Wie bei Risswunden verfahren
Schnittwunde Blutung stillen, Wundränder wieder aneinanderfügen/zusammendrücken und mit einem Klebestreifen fixieren (wie genäht oder geklammert). Mit Antibiotika versorgen und einen festen Wundverband anlegen.
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