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Was ist artgerechte Pferdehaltung? PDF  | Drucken |
Wissenswertes

Artgerechte Pferdehaltung, aber wie?


Wir alle wünschen uns für unsere Pferde eine möglichst artgerechte Haltung.
Bedürfnisse des Pferdes, diese sind:

  • Bewegung: In freier Natur sind Pferde 10-16 Stunden/Tag – meist zur Futtersuche – unterwegs. Da dieser Bewegungsbedarf allein über den Reit- und Fahrsport meist nicht gedeckt werden kann, sollte möglichst viel Gelegenheit zur selbständigen unbehinderten Bewegung gegeben werden. Weidegang bzw. Bewegung auf einem ausreichend großen Paddock sollte daher eine Selbstverständlichkeit sein und an erster Stelle stehen.
  • Sozialkontakte: Pferde sind ausgeprägte Herdentiere. Jedes Pferd braucht die Möglichkeit Sozialkontakte mit Artgenossen aufzunehmen. Deshalb sollte kein Pferd alleine gehalten werden. Gruppenhaltung ist wünschenswert.
  • Pferde brauchen ferner Licht und frische Luft genauso wie staubfreie Luft und staubfreies Futter. Staub ist heutzutage das größte Problem für die empfindlichen Atmungsorgane des Pferdes. Wir unterschätzen dieses Problem häufig.
  • Das Pferd hat einen – für seine Größe  kleinen Magen, daher muss über den Tag verteilt genügend Futter in kleineren Mengen verfügbar sein. Rauhfutter sollte nach Möglichkeit ständig zur Verfügung stehen. Bei Pferden die zu Fettleibigkeit neigen kann auch gutes Futterstroh angeboten werden.
  • Zur Erhaltung der nervlichen „Belastbarkeit“ braucht ein Pferd Abwechslung. Ideal ist hier ein freier Ausblick, der das Interesse an der Umgebung erhält, ohne Stress zu verursachen. Lassen Sie Ihr Pferd ruhig an Ihren Tätigkeiten im Stall teilhaben. Sei es Heu in einer ausgedienten (jedoch sauberen) Mülltonne anfeuchten, irgendwelche Dinge in – „gefährlich“ – raschelnde Plastiktüten stecken, mit dem Fahrrad oder dem Auto in Pferdenähe vorbeifahren, Ballspiele auf der Weide (falls Ihr Pferd „zu faul ist“ notfalls alleine mit einem menschlichen Partner, um Ihr Pferd „abzuhärten“ usw. Ihrer Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt).
  • Das Pferd möchte bei Stress die Gelegenheit haben zu fliehen. Daher muss genügend Platz vorhanden sein, damit es dies auch ohne Verletzungsgefahr tun kann.

 
Diese Möglichkeiten der Pferdehaltung gibt es, wobei selbstverständlich nicht alle als „artgerecht“ zu verstehen sind:  


Ständerhaltung
Die Ständerhaltung war früher der Normalfall. (Glücklicherweise konnte ich hier das Wort „war“ benutzen).  Das Pferd hatte dabei nur Platz zum Stehen und war in seinem Ständer angebunden. Hierdurch war es nicht in der Lage sich zu drehen. Die Ständerhaltung ist heute in den meisten Bundesländern verboten, da sie den Bedürfnissen eines Pferdes in keinster Weise (!) gerecht werden kann. Früher wurden die Pferde ausschließlich als Arbeitstiere genutzt, die täglich einige Stunden wirklich arbeiten mussten und dadurch ein verhältnismäßig hohes Maß an Bewegung hatten. In heutiger Zeit, wo Pferde meist als reine Freizeitobjekte gehalten werden, erhalten die meisten Pferde gerade einmal 1 Stunde Bewegung unter ihrem Reiter, was die Ständerhaltung zur Tierquälerei werden lässt. Kein Freizeitpferd wird heute noch schwer arbeiten. Die meisten befinden sich in Erhaltung oder leisten leichte Arbeit. Wir überschätzen es ganz enorm, wenn wir das Pferd mal eine Stunde in der Bahn oder dem Wald bewegt haben. Nur weil wir evtl. Muskelkater haben, hat das Pferd noch lange nicht richtig gearbeitet. (Im übrigen ist dieser Aspekt der „Arbeit“ auch bei der Fütterung zu beachten.)
 
Boxenhaltung
Die Boxenhaltung ist heute – leider – der Normalfall. So sind die meisten Reitpferde untergebracht. Die Pferde bewohnen i.d.R. eine Box von ca. mindestens 3 mal 3 Meter. Die Bewegung ist hier einschränkt. Die Boxen sind durch Gitter voneinander getrennt, was eine physische Kontaktaufnahme der Pferde untereinander verhindert. Ich bezweifele, dass nur Sichtkontakt glücklich macht. So soll Verletzungen vorgebeugt werden. Meines Erachtens werden hier jedoch bei Unterforderung Untugenden gefördert. Langeweile ist Gift für die Pferdeseele. Zu jedem guten Reitstall gehören heute Weiden auf denen die Pferde sich in der Weidezeit - etwa Mitte April bis Mitte Oktober – stundenweise frei bewegen und grasen können. Für die restliche Zeit des Jahres sollten zumindest Paddocks zur Verfügung stehen, um den Pferden auch im Winter zumindest eine eingeschränkte Bewegung zu ermöglichen. Diese Haltungsform ist ein Kompromiss zwischen den Bedürfnissen des Pferdes und des Reiters, der sich in erster Linie an den Bedürfnissen des Reiters orientiert. Das Pferd steht jederzeit schnell zur Verfügung und ist verhältnismäßig leicht sauber zu halten. Einige Reiter wünschen auch während schlechter Witterung außerhalb der Weidesaison nicht, dass ihre Pferde auf den Paddock kommen, weil sie sich da ja schmutzig machen könnten.
Manchen Boxenhaltern muss man zu Gute halten, dass sie zumindest versuchen, ihren Pferden eine Teilnahme am „öffentlichen Leben“ zu ermöglichen. So gibt es Boxen mit Fenster, damit die Pferde wenigstens sehen können „was sie draußen verpassen“ und solche mit Paddock. Das ist schon ein großer Vorteil. Die Pferde können sich zwar auf diesem Paddock i.d.R. nicht viel bewegen (rumrennen), sie kommen aber an die frische Luft und bekommen die Aktivitäten um sich herum mit.

Offenstallhaltung
In der Offenstallhaltung hat das Pferd jederzeit die Möglichkeit, sich zwischen dem geschützten Stallbereich und dem offenen Außenbereich hin und her zu bewegen. Diese Haltungsform wird oft auch mit mehreren Pferden in einer dann entsprechend größeren Box praktiziert, was diesen Sozialkontakte ermöglicht. Diese Haltung ist ein – glücklicherweise - mehr am Pferd ausgerichteter Kompromiss, der dem Reiter etwas mehr Arbeit macht als bei der Boxenhaltung. Bei schlechtem Wetter muss er sein Pferd sorgfältig putzen oder kann ggf. gar nicht reiten, weil die Sattellage schmutzig ist, er sein Pferd aber nicht putzen kann, weil es nass ist. Hier verzichtet der verständnisvolle Reiter zu Gunsten seines Pferdes auf das Reiten und bewegt sein Pferd erforderlichenfalls anders. Insbesondere für die Atmungsorgane ist diese Haltungsform ein Fortschritt, der viele bei reiner Boxenhaltung auftretende Probleme zu verhindern hilft. Das Pferd ist fast immer an der frischen Luft und kann sich dort frei bewegen.
 
Laufstall
Der Laufstall ist die Weiterentwicklung und verbesserte Form der Offenstallhaltung. Hier wird versucht, durch den Aufbau des Offenstalls zu erreichen, dass die Pferde sich wie in freier Wildbahn von einem Ort zum anderen bewegen müssen. Das bedeutet z. B., dass Wasser, Futter, Gelegenheit zum Kratzen/Schubbeln und Wälzen etc. sind alle räumlich voneinander getrennt sind, so dass das Pferd nach Möglichkeit angehalten wird sich ständig von einem Ort zum anderen zu bewegen. Ihr Pferd geht hier also ein „beruflichen Tätigkeit“ nach und ist beschäftigt. Langweile und damit einhergehende Unarten können gar nicht erst entstehen. Sie werden die Vorteile im Umgang mit Ihrem Pferd deutlich merken.
 
Robusthaltung
Die Robusthaltung ist die Idealform für das Pferd, die dem Halter sehr viel abverlangt. Das Pferd wird in einer Herde auf einer hinreichend großen Weide – etwa ein halber Hektar = 5.000 m² je Pferd - ganzjährig draußen gehalten. Die Weide benötigt einen Sonnen- und optimalerweise auch einen Windschutz. Es genügt ein Baum oder ein einfacher Unterstand. Das Pferd hat hier hinreichend Gelegenheit hat seine Sozialkontakte auszuleben und auch seinem Bewegungsdrang jederzeit nachzugehen.
Gerade bei schlechtem Wetter verlangt diese Haltungsform dem Reiter viel Arbeit ab, da die Pferde diesem Wetter voll ausgesetzt sind, und dementsprechend erst aufwendig und zeitraubend geputzt werden müssen, bevor man ihnen einen Sattel auflegen kann. Auch hat man hin und wieder das Problem, dass man das Pferd nicht mal eben von der Weide holt, sondern hier schon mal einen kleinen Ausflug auf die Weide unternehmen muß, weil das Pferd am äußersten Ende steht oder heute gar keine Lust hat, sich von der Herde zu trennen/trennen zu lassen.

Was ist denn nun artgerechte Haltung?

Kann man ein Pferd überhaupt artgerecht halten oder gelingt das nur annähernd?
Unter artgerecht versteht man Haltungs- und Umgangsformen, die sich an den spezifischen Bedürfnissen und Verhaltensweisen des Pferdes orientieren.
Die Menschen haben zwischenzeitlich gemerkt, dass auch sie von der artgerechten Haltung Ihrer Pferd (auch anderer Haustiere) profitieren. Die Pferde sind durch entsprechende Haltung dauerhaft gesünder, langlebiger und leistungsfähiger, je besser ihre Umgebung derjenigen entspricht, an die sich die Art entwicklungsgeschichtlich angepasst hat.
Das Pferd ist ein Lauf-, Herden- und Fluchttier. Diesen Bedürfnissen müssen wir gerecht werden, wenn wir unser Pferd artgerecht halten wollen.
Ein freies Leben in der Steppe können wir unseren Haus- und Reitpferden natürlich niemals bieten, aber die daraus entstandenen Bedürfnisse können wir erkennen und weitestgehend auch unter hiesigen Bedingungen – versuchen zu – befriedigen.
Artgerecht soll also nicht heißen "genau so wie in freier Wildbahn" - was leider häufig missverstanden wird und dann Matschkoppeln oder überbevölkerte Paddocks zur Folge hat.

Artgerecht bedeutet "so, dass die arteigenen Ansprüche möglichst gut erfüllt werden". Wenn erforderlich muss ein passender Ersatz für fehlende natürliche Bedingungen geschaffen werden. Wichtig ist hier u.a. die Möglichkeit der „freien Sicht“, damit Ihr Pferd alles um sich herum mitbekommen kann oder die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme mit dem Nachbarpferd. Um dauerhaft psychisch und physisch gesunde Pferde zu haben, ist natürlich die Gesamtheit der Bedürfnisse zu berücksichtigen! Erst die Erfüllung der Gesamtheit aller  Bedürfnisse Ihres Pferdes zur artgerechten Haltung macht Ihr Pferd zu einem glücklichen Pferd und Sie zu einem glücklichen Besitzer .
 
Was braucht mein Pferd?
Kurz:
Es braucht vor allem:
•    Licht
•    Luft
•    Bewegung
•    Sozialkontakt
•    Futteraufnahme
Im einzelnen:

Licht:
Mit Licht = Sonnenlicht /Sonneneinstrahlung. Stoffwechsel und Fruchtbarkeit sind abhängig von der Tageslichtdauer. Der Licht-Bedarf des Pferdes ist dabei höher als beim Menschen!
Temperatur:
Im Zusammenhang mit der Sonneneinstrahlung steht auch die Umgebungstemperatur. Pferde haben eine sehr große Temperaturtoleranz und können sich an jahreszeitliche und tageszeitliche Schwankungen leicht anpassen - es sei denn, diese Fähigkeit ist durch langjährige Stallhaltung und regelmäßiges Eindecken verkümmert. Sonnenlicht und Temperaturreize sind entscheidend für ein gut funktionierendes Immunsystem. Dennoch sollte man sein Pferd nicht einfach der Witterung aussetzen. Auf der Weide sollten sich zum Schutz Bäume oder ein Unterstand befinden.


Luft:
Saubere, frische Luft zum Atmen ist für Pferde mindestens genauso wichtig, wie für uns. Auch ein Pferd kann zwar nicht alleine von Luft und Liebe leben. Diese beiden Kriterien machen das Pferdeleben aber erheblich leichter. Entscheidend ist ein ausreichender Sauerstoffgehalt und die Vermeidung Ammoniak und Schadstoffen wie z.B. Schimmelsporen, wie sie in Mist und Einstreu entstehen. Hinzu kommt, dass Pferde für die Gesunderhaltung des Atmungsapparats ihre Lungen trainieren müssen und folglich viel Bewegung an der frischen Luft benötigen. Das Pendeln zwischen geschlossenem Stall und staubiger Reithalle reicht dazu nicht aus! Ihr Pferd muss sich frei an der frischen Luft bewegen können. 5 Minuten reichen da definitiv nicht aus!
Pferde sind ausgesprochen widerstandsfähig gegen Luftbewegung und sogar in gewissem Maße darauf angewiesen. „Verrammeln“ Sie daher nicht den Stall, damit ja kein Luftzug eindringen kann. Wichtig ist lediglich, dass der gesamte Köper vom Luftstrom getroffen wird und nicht nur kleine Körperpartien (wie bei punktuellem Zug). Dann nämlich kann das Pferd seine körpereigene Temperaturregulation daran anpassen.
Selbst bei verschwitzten Pferden ist es wichtiger, Fellfunktion und Körpertemperatur zu normalisieren, anstatt mit einem dauerhaften Kälteschutz (Stall und Decke) den Stoffwechsel zu beeinträchtigen/durcheinander zu bringen.


Bewegung:
Der Bewegungsapparat des Pferdes ist darauf ausgerichtet, dass es den ganzen Tag immer wieder kleine Schritte macht - 16 Stunden am Tag beim Grasen. Zusätzlich werden in der Natur größere Wegstrecken bewältigt oder erforderlichenfalls die Flucht ergriffen. Hufe und Gelenke brauchen diese ständige Bewegung, damit das Blut zirkulieren kann und der Austausch der Gelenkflüssigkeit gewährleistet ist. Auch Muskeln, Sehnen und Bänder werden dadurch elastisch erhalten.
Untersuchungen haben gezeigt, dass sich Pferde in Gruppenhaltung (Offenstall, Paddock, Weide) 3-10 km pro Tag fortbewegen.
Hierbei ist die Art des Untergrundes nicht unerheblich - tief aufgewühlter Matsch oder glatter Betonboden bergen Verletzungsgefahren. Dies ist besonders dann der Fall, wenn das Pferde keine andere Alternative hat  oder wenn die Größe der Fläche zum Rennen förmlich einlädt.
Für Teilbereiche sollten man daher einen Belag mit Hackschnitzeln oder Sand wählen.  Diese werden von den Pferden gut angenommen, insbesondere zum Wälzen oder Dösen. Für die am häufigsten frequentierten Wege werden andere Befestigungen bevorzugt. Damit hier nicht das „große Schlammtreten“ entsteht, können auch Paddockplatten verlegt werden. Diese sind leider nicht sehr günstig. Meine Erfahrungen hier sind aber sehr positiv. Vielleicht haben Sie ja die Möglichkeit, irgendwo gebrauchte Platten zu erwerben.


Sozialkontakt zwischen Artgenossen:
Das Herden- und Fluchttier Pferd fühlt sich nur in Gesellschaft anderer Pferde sicher und geborgen. Dieses Zusammenleben erfordert gewisse Regeln – wie z. B. das Einfügen in eine Rangordnung, das Verstehen von Drohgebärden, das Beherrschen von Demutsgesten usw. Die passenden Verhaltensweisen können am besten vom Jungtier in Gesellschaft erlernt werden. Erwachsene Pferde können dies nur schwer und unvollständig nachholen.
Pferde, die ein unzureichendes Sozialverhalten gelernt haben, sind häufig zerrissen zwischen dem angeborenen Herdendrang und ihrer Angst vor dem Verhalten anderer Pferde. Dadurch stehen sie ständig unter „Strom“. Auch einengende Haltungsbedingungen (Boxenhaltung oder enge Paddocks) verursachen ebenfalls Stress.. Die Folgen sind vermehrt aggressives Verhalten und erhöhte Verletzungsgefahr.
Viele Halter kennen ihre Pferde nur unter diesen beengten Bedingungen bzw. in Gruppen ohne gefestigte Rangordnung. Dadurch hält sich hartnäckig der Irrtum, dass Herdenhaltung automatisch Stress und Verletzungsgefahr für die Pferde bedeutet. Aber die dauerhaft auferlegte Isolierung von den Artgenossen kann keine Lösung im Sinne des Pferdes sein. Das Pferde braucht seine pferdige Gesellschaft. Viele so genannte Stall-Untugenden entstehen ursächlich durch Mängel in der Haltung, sind also eher hausgemacht als angeboren.
 
Viele Pferde werden in Boxen gehalten – warum?
Als das  Pferd noch Nutz- und Arbeitstier war, wurde es so untergebracht und genutzt, wie es den Bedürfnissen der Besitzer am besten entsprach. Man darf nicht vergessen, dass das Pferd bis vor wenigen Jahrzehnten richtig arbeitete (was man heute nicht mehr behaupten kann). Deshalb war eine Unterbringung auf begrenztem Raum im Stall nötig, um schnellen Zugriff zu haben und den Aufwand bei Pflege und Versorgung gering zu halten. Diese Haltungsform war zumindest damals sehr effizient.
Die traditionelle Boxenhaltung erfüllt heute jedoch vielfach nicht mehr die Ansprüche in einem ausreichendem Maße. Früher wurde das Pferd immer wieder zur Arbeit aus seiner Box geholt und wieder hinein gebracht. Heute machen wir den Fehler, das Pferd  dauerhaft in seiner Box "abzustellen" und nur eine Stunde zum Reiten aus diesem „Gefängnis“ zu befreien.
Hier müssen wir Ausgleich schaffen!
Das Pferd muss durch reiten/longieren etc. bewegt werden, es muss auf die Koppel gebracht und wieder hereingeholt werden und und und ...... Die wenigsten von uns haben heute dazu Zeit und Lust. Außerdem könnte sich das Pferd ja dann auch noch zu allem Überfluss schmutzig machen und würde dann noch mehr wertvolle Reitzeit mit Putzen verlieren! Da lassen die meisten Pferdebesitzer doch lieber ihr Pferd in der Box. Leider!
 
Das geht auf die Gesundheit und Psyche des Pferdes!!!
Bedenken Sie bitte bei Ihren Haltungsplanungen, ob Sie das Pferd nur „für sich“ halten, weil es Ihren Ansprüchen genügen soll oder ob Sie lieber ein schmutziges, glückliches und ausgeglichenes Pferd haben möchten, das einen echten Partner darstellt.
Fazit: Die für den Pferdehalter bequemste Haltungsform ist für das Pferd nicht die beste und somit auch keine artgerechte Haltung.
Verbringen daher Ihre Zeit, die Sie für das Pferd einplanen nicht nur mit Reiten und Putzen, sondern planen Sie auch Zeiten für evtl. Mehrarbeit in einem Stall mit möglichst artgerechter Haltung ein. Sie werden sehen wie viel Spass es machen kann dem Pferd etwas Gutes zu tun. Ihr Pferd wird es Ihnen danken. Sie werden erfreut feststellen, wie ausgeglichen ein bisher evtl. „aufgedrehtes“ Pferd sein kann.

Hier nur noch einmal zu Ihrer Erinnerung das wohl allerseits bekannte (aber nicht immer beachtete)
Gebet eines Pferdes:

  1. Gib mir zu fressen, gib mir zu trinken und sorg für mich, und wenn des Tages Arbeit getan ist, gib mir Obdach, ein sauberes Lager und eine breite Box.
  2. Sprich zu mir, oft ersetzt deine Stimme die Zügel.
  3. Bitte sei gut zu mir und ich werde dir noch freudiger dienen und dich lieben.
  4. Reiß nicht am Zügel, greif nicht zur Peitsche, wenn es aufwärts geht. Schlage und stoße mich nicht, wenn ich dich missverstehe, sondern gib mir Zeit, dich zu verstehen.
  5. Halte mich nicht für ungehorsam, wenn ich deinen Willen nicht erfülle. Vielleicht sind Sattelzeug und Hufe nicht in Ordnung.
  6. Prüfe meine Zähne, wenn ich nicht fressen mag, vielleicht tut mir ein Zahn weh und du weißt, wie das schmerzt.
  7. Halte mich nicht zu kurz und kupiere meinen Schweif nicht, er ist meine einzige Waffe gegen Fliegen und Moskitos.
  8. Und wenn es zu Ende geht, geliebter Herr, wenn ich dir nicht mehr zu nützen vermag, lasse mich bitte nicht hungern und frieren und verkaufe mich nicht.
  9. Gib mir nicht einen fremden Herrn, der mich langsam zu Tode quält und mich verhungern lässt, sondern sei gütig und bereite mir einen schnellen und barmherzigen Tod.
  10. Gott wird es dir lohnen hier und in Ewigkeit.
  11. Lasse mich dies von dir erbitten und glaube nicht, dass es mir an Ehrfurcht gebricht, wenn ich es im Namen dessen tue, der in einem Stall geboren wurde.
  12. Amen